14 Tage Schule in der Corona Krise. Wie ist das aus Sicht der Schüler

Seit dem 27. April sind einige unserer Ehrenamtlichen Mitarbeiter wieder in der Schule. Denn sie gehören zu den Abschlussqualifizierenden Jahrgängen oder machen in diesem Jahr ihren Abschluss. 

Neugierig wie ich bin, habe ich die Schüler angeschrieben und gefragt, wie es denn so ist, wenn man die riesigen Schulen mit einem einzigen Jahrgang für sich allein hat.

Die Antworten und Empfindungen auf die Fragen sind so unterschiedlich, wie sie in unserer Gesellschaft sonst auch zu finden sind. Es ergibt sich aber ein schöner Einblick.

Wie laufen eure Unterrichtsstunden jetzt ab, im Vergleich zu vor der Covid 19 Pandemie?

  • Eigentlich ganz normal nur das wir je nachdem wie groß der Kurs ist in mehrere Räume aufgeteilt werden.
  • Wir sind eigentlich immer auf 2 Räume aufgeteilt (außer wenn der Kurs klein genug ist für einen Raum) und die Lehrer laufen dann immer zwischen den Räumen hin und her und erklären der einen Kurshälfte etwas während die andere Aufgaben bearbeiten oder Ähnliches. 
  • Wir werden nur in Deutsch, Mathe und den Leistungskursen unterrichtet. Da die Gruppengröße auf 10-15 Schüler beschränkt ist, kann mein Mathekurs ganz normal stattfinden (Wir sind nur 15). Mir fehlt die Interaktion vor allem mit anderen Schülern, um Aufgaben zu besprechen oder Ideen zu sammeln. Da wir (beispielsweise in Deutsch) auf zwei Räume aufgeteilt sind, muss die Lehrerin immer zwischen den Kursen wechseln. Während der eine Kurs eine Aufgabe bespricht, macht der andere eine Aufgabe und andersrum. So langsam entwickelt sich das alles. 

Welche Schutzmaßnahmen wurden an deiner Schule getroffen?

  • Vor der Schule Hände waschen und Abstand halten, man kann Masken tragen ist aber keine Pflicht.
  • In der ganzen Schule sind Plakate mit „Bitte Abstand halten“ (1,5 m) aufgehangen. Man soll sich vor Beginn der ersten Stunde und am Ende der großen Pause die Hände waschen. Auf die Toiletten dürfen nicht mehr als 3 Leute. Es wurden Zettel mit Tipps zum Schutz gegen Corona verteilt. 
  • Wir werden in kleinen Gruppen mit viel Abstand in großen Räumen unterrichtet. Die Räume werden pro Tag nur einmal genutzt und jeden Tag desinfiziert. Im Vergleich zu früher sind jetzt viel mehr Aufsichten auf dem Schulhof, die darauf achten, dass der Abstand eingehalten wird. In jedem Raum befindet sich Seife und die Wassertemperatur an den Waschbecken ist (endlich mal) warm, sodass man sich auch lange genug die Hände waschen kann. Überall hängen auch Hinweisschilder. 

Wie ist deine Stimmung/dein Gefühl, wenn du in der Schule bist?

  • Sehr eingeschränkt, durch die Maßnahmen. Man kann nicht unbedingt normal mit jemandem reden. 
  • Ich habe kein unwohles Gefühl, allerdings bin ich mir trotzdem bewusst wie ernst die momentane Lage ist. Es ist eigentlich sehr entspannt, da man höchstens 4 Stunden Unterricht am Tag hat und auch nur 4 Tage in der Woche anwesend sein soll. Auf den Gängen ist es leerer und ruhiger und der Unterricht ist ebenfalls entspannt. Man hat keinen Druck wegen Klausuren oder Sonstigem.
  • Ich bin allgemein froh wieder in der Schule zu sein, vor allem mit Blick auf das Abi. Da es freigestellt ist, ob man zur Schule geht und ich mich bewusst dafür entschieden habe, habe ich auch keine Angst oder Sorgen in der Schule. Außerdem denke ich, dass unsere Schule gut reagiert hat und die Maßnahmen bedacht getroffen werden.

Wie fühlt es sich an, mit nur einem Jahrgang in der großen Schule zu sein?

  • Die Gänge sind oft leer und irgendwie fühlt man sich wie in einer Geisterstadt.
  • Es fühlt sich an als hätte man eine eigene Schule mit seinen Kumpels, also nicht unangenehm oder komisch, sondern auch eher entspannt.
  • Angenehm! Man hat in der Pause eine 100% Chance, um einen Sitzplatz im Freien zu bekommen und bei den Toiletten muss man nicht anstehen. Im Allgemeinen ist es viel ruhiger und man kann sich auch an Orten wie der Bücherei konzentrieren und in Pausen andere Aufgaben erledigen. Die Lehrer sind auch viel ruhiger und entspannter als vorher, als sie teilweise genervt aus anderen Klassen kamen.

Was fehlt Dir gerade am Unterricht, an der Schule am Schulumfeld?

  • Dass Lehrer nicht unbedingt auf jemanden eingehen, da sie es nicht im Heft des Schülers erklären können. 
  • Eigentlich nichts. Ich habe weniger Fächer, weniger Unterricht, keine Klausuren und Hausaufgaben nur wenn Lehrer, die wir nicht in der Schule haben etwas schicken. Es fühlt sich alles lockerer an.
  • Teilweise Verständnis der Lehrer des Homeschoolings. Diese sollten vielleicht erstmal die Aufgaben selber bearbeiten, um zu realisieren, wie viel Arbeitsaufwand das ist. Ich habe immer noch Aufgaben von vor den Osterferien auf meinem Schreibtisch, weil man einfach nicht hinterher kommt. In der Schule selbst läuft es gut. 

Was wirst Du niemals aus dieser Zeit gerade vergessen und dafür sorgen, dass es in Zukunft besser wird?

  • Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich vergessen werde, egal ob es der Abstand ist oder die Masken, beides wird definitiv in Erinnerung bleiben. Leider weiß ich nicht was wir hätten besser machen können, natürlich hätte der Staat striktere Maßnahmen ergreifen können, dies liegt allerdings nicht in unserer Macht. 
  • Ich werde auf jeden Fall nicht das ewige zu Hause sein und die Einschränkungen, die ja notwendig sind, vergessen. Man kann ja so gut wie nichts machen, durch das Kontaktverbot sieht man viele Freunde und wichtige Menschen nicht mehr und über Internet und Videochat sich zu „treffen“ ist auf Dauer auch kein Ersatz. Was ich tun werde, dass es in Zukunft besser wird, weiß ich nicht. Aber zumindest weiterhin an die Regelungen/ Einschränkungen halten, auch wenn das meistens schwierig ist.
  • Freundlich sein und auf die Mitmenschen achten! Das sollten sich einige mal auf die Stirn schreiben. Gerade in solch einer Situation ist es wichtig dies zu beachten und man erlebt trotzdem immer noch egoistische unfreundliche Menschen, die nur auf sich bedacht sind (hatte da neulich eine Situation in der Bäckerei).

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